10.030 km – Ölwechsel

Geschafft! Wie bereits vor einigen Tagen bei meinem Fazit-Bericht bei 10.008 km Laufleistung angekündigt kam nun unser neuer Courier am Samstag auf die Bühne. Nach etwas über 4 Monaten und 10.030 Kilometer wollte ich einen „Zwischendurch-Ölwechsel“ machen. Und das war auch gut so! Die Erlebnisse & Erkenntnisse folgen in diesem Bericht

Eines vorweg: Jaaa, ich weiß- an dieser Stelle kommen wieder die Stimmen manch anderer Autofahrer und/oder Autokenner… „muss man nicht machen“… „die heutigen Motoren sind so gut eingelaufen, die brauchen keinen Ölwechsel nach so kurzer Zeit“… „macht man heutzutage nicht mehr“… „unnötig“… und so weiter.

Tja, dass man nach den ersten 1.000 oder 2.000 Kilometern mal das Öl wechselt- sowas macht man heute nicht mehr, ok… aber nach den ersten 10.000? Das war es mir wert. Außerdem war ich auf die Sichtprüfung des Öls gespannt. Aber ich sag`s euch ehrlich: Ich habe einen Neuwagen gekauft, mit einem Turbo-Dreizylinder. Und ich möchte, dass er mir lange gute Dienste leistet. Der Motor und der Turbo müssen bei mir viel Laufleistung abgeben. Ich gehöre wohl noch zu dem Schlag Autobesitzer, die ihre Autos pflegen. Das klappte beim Granada, beim seltenen Escort Turbo RS, beim Sierra und bei meinen letzten drei Mondeos V6. Gerade die 6-Zylinder Sauger dankten mir das mit langer Laufzeit.

Ich arbeite zu hart für mein Geld, um meine Fahrzeuge vergammeln zu lassen. Die 200.000 km sollte der Motor bei anständiger Fahrweise also möglichst schadlos bringen. Von daher wird das dann wohl auch beim Tourneo hoffentlich klappen. Das Dreizylinder-Turbo-Motörchen wehrt sich bestimmt nicht gegen frisches Öl.

Herstellervorgabe & mein Fahrprofil?
Laut Ford wäre der erste Ölwechsel des zwingend empfohlenen 5W20 nach 30.000 Kilometern fällig oder 1 Jahr, was eben zuerst eintritt.
Naja, ob das für Turbo und Motor nicht etwas zu viel Laufleistung ist, dachte ich mir?
Oder denke ich da zu „altbacken“? Zu „altmodisch“??
Dann ein 5W20? Ein im Öl laufender Riemen? Gerade weil das Öl ja auch für den Turbo und dessen ggfls. hohe Drehzahl eine Rolle spielt? Wenn man sich die Infos und Videos zum EcoBoost Motor anschaut stellt man sich schon so manche Frage.

Aber gut, wir halten uns natürlich an die Vorgaben, um die Garantie nicht zu gefährden. Und Experimente möchte ich auch keine starten… auch keinen endlosen Öl-Diskussionsthread anheizen. Außerdem ist mein Fahrprofil ja eher gemäßigt. Ich „prügle“ den Motor nicht, fahre in langsam warm, Autobahn kaum mehr als 130 km/h, selten Drehzahlen über 3.500 U/min, auch stelle ich den Motor nicht glühend heiß mit noch drehendem Turbo einfach so ab… auf Deutsch: Ich fahre ihn glaube ich schon mit etwas Hirn und Sachverstand.

Also beschaffen wir uns brav nach Vorgaben das Öl: Ein MOTUL SAE 5W20. Fliegt bei 20.000 KM, also vermutlich in 4-5 Monaten eh wieder raus.

Der Ölwechsel!
Ich schaute mir übrigens das Öl (also die Erstbefüllung) gleich nach dem Autokauf gründlich an. Ich zog mehrfach den Ölstab, bei kaltem und warmen Motor. Das Öl schaute nach erst 200 gefahrenen Kilometern „olivig“ aus, grüner kräftiger Farbton, roch kaum, zerlief fast wie Wasser zwischen den Fingern. Ich machte mir extra Notizen (leider keine Bilder), da ich bereits wusste, dass ich bei meinem Fahrprofil in einigen Monaten den ersten Ölwechsel bei 10 TKM machen möchte.

Und so kam es auch. Am 16.06.2018 war er dann auf der Bühne. Am 27.01.2018 abgeholt, nun hatte er exakt 10.030 km auf der Uhr. Den Tourneo gleich mal von unten angeschaut. Er war sauber, keine sichtbaren Schäden, Roststellen usw. Was aber sofort in`s Auge fällt: Die Gussteile hatten schon ordentlich Flugrost. Kann man sowas nicht beschichten oder Grundlackieren? Nun gut, es muss eben bei der Herstellung gespart werden, ok. Abhaken.

Weiter im Text. Ölablassschraube rausfummeln. War fest, aber gut lösbar. Und schwupps- schoss das lauwarme Öl in den Auffangbehälter.

Was auffällt: Von der anfänglichen Farbe ist nicht allzu viel übrig. Das Öl ist dunkler, bräunlicher, riecht etwas „öliger“ und „strenger“… schwer zu beschreiben. Muffig eben. Bääh, weg damit. Als das Öl abgeflossen ist und nur noch vor sich hin tropfte ging`s dem Filter an den Kragen.

Er saß stramm, ließ sich aber dann doch lösen. Aber die Position ist schon nervig, wie man auf einem Bild erkennt. Welcher Ingenieur plant so einen Bullshit?
Mich ranzt schon die beknackte Getriebeübersetzung an, wohl auch eine Schöpfung der hohen Ingenieurskunst… 2.000 Umdrehungen schon im 5. Gang bei gerade mal 79 km/h! Aber egal, Zähne zusammenbeißen, ich fahre ja gesittet. Ruuuhig, Brauner!

Aber daran musste ich sofort wieder denken, als ich am Filter herumfummelte, zwischen Achse und Motorblock hing und nach oben kopfüber versuchte, Kraft aufzubauen. Wenig Platz erklärt sich natürlich von selbst.
Dann aber- offen… *schmatz*!

Filter dreht sich… und die Restsuppe läuft mir natürlich über die Motorkomponenten und Bauteile. Was für ein bescheuerter Platz für einen Ölfilter! *grummel* !
Aber gut, nur ruhig Blut, Manu, reg dich nicht auf…

Man beachte:
Filter blöd zugänglich, und macht etwas Sauerei. So sei es… Punkt.
Neuer Filter rein, alles sauber machen, fertig.
4 Liter reinkippen, auf Dichtigkeit prüfen, starten, kurz laufen lassen, bissl warten und langsam bis kurz vor MAX auffüllen. Erledigt. Knapp 4,6 Liter frisches Öl sind eingefüllt, der Rest wird im Keller verstaut.

Mein Fazit:
Ich möchte hier zuerst betonen, dass dies meine ganz persönliche Meinung ist. Ich freue mich natürlich , eure Meinungen und Ansichten hierzu zu lesen, denn gerade im Bereich des Motoröls hast du bei 10 befragten Personen 11 Meinungen… 🙂
Aber- meiner Meinung nach war der erste Ölwechsel bei 10 TKM definitiv richtig, kann ich somit empfehlen. Die paar Euro sind definitiv gut angelegt. Allein die Optik des Öls und der Geruch zeigen mir, dass es richtig war. Über das Öl kann man selbstverständlich streiten, über die Marke sowieso, und ob ein 5W30 nicht eventuell besser wäre… ok, lassen wir das.

Wie erwähnt- der baldige nächste Wechsel steht ja in Aussicht. Toll… wieder fummeln und halb eingeklemmt am Filter popeln. Nun gut.

Ob es für den EcoBoost-Motor sinnvoll ist, nochmals 20.000 km mit der Brühe-entschuldigt, mit dem Werks-Start-Erstbefüllungs-Öl zu fahren, bezweifle ich etwas. Gerade weil das Öl Einfluss nicht nur auf den Motor, sondern auch Turbo und Riemen hat.
Als Selbstständiger arbeite ich wie schon erwähnt hart für mein Geld, ärgere mich schon genug über deutsches Beamtentum, Amtsschimmel, Sturköpfe und Gesetzes-Unsinnigkeiten rum… ich möchte definitiv mit dem Tourneo möglichst lange fahren und damit nicht auch noch Ärger haben.
Von daher handhabe ich das zukünftig so, das ich (zumindest am Anfang) in etwas kürzeren Intervallen das Öl wechsle. Da pfeife ich auf die knapp 80.- Euro, die mich das für Öl, Filter und Bühne kosten.
Ob man von Beginn an gleich mal 30.000 Kilometer mit dem Öl abspult- das muss jeder für sich entscheiden. Ich mache es jedenfalls nicht und würde es- nach meinen bisherigen Erfahrungen und Erlebnissen mit all meinen Autos- auch nicht unbedingt so empfehlen. Mag sein das es zuerst nicht viel ausmacht. Das der Motor erst mal seine Garantiezeit hält. Das er 200 TKM locker schafft… mag alles sein. Erfahrungswerte gibt`s ja noch nicht.
Aber um ihn richtig lange zu fahren- da schadet ein kürzeres Intervall sicher nicht, im Gegenteil. Gerade bei den aufgeblasenen Turbo-Motörchen. Ein V6 Sauger mag da unkomplizierter sein… aber ein aufgeladener Turbo? Naja…

Langer Rede kurzer Sinn: Der nächste Ölwechsel bei 20.000 kommt bestimmt. Mal sehn wie das Öl dann ausschaut… 🙂

Ich hoffe, dass euch mein Bericht und meine Eindrücke helfen, gefallen und werde natürlich regelmäßig weiter berichten.

Was nun noch in den nächsten Tagen ansteht:

– Ein Bericht über neue Felgen inkl. Bilder – SIND BESTELLT
– Ein Bericht über die ClimAir Windschützer für vorne: FOLGT
– Ein Bericht über die Sonnenschutz-Kunststoffscheiben von Solarplexius: FOLGT
– Ein Bericht über den Unterbodenschutz, den ich noch anbringen möchte: FOLGT

Herzliche Grüße,
euer Manu